OpenAI setzt auf Creator-Know-How und holt sich Patreon-Mitgründer ins Boot

Sam Yam hat Patreon vor 13 Jahren mitgegründet. Jetzt wechselt er zu OpenAI, um dort den neuen Bereich "Creator Product" zu leiten. Mit ihm wechseln zwei weitere ehemalige Führungskräfte aus Produktentwicklung und Engineering.

Warum ich diese Personalentscheidung bemerkenswert finde?

Weil Patreon eine der entscheidenden Fragen der Creator Economy früh erkannt hat: Wie können Menschen aus ihrer Kreativität und ihrer Community ein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickeln?

Patreon hat dafür eine Infrastruktur geschaffen, die weit über die Veröffentlichung von Content hinausgeht. Direkte Beziehungen zum Publikum, Mitgliedschaften, wiederkehrende Einnahmen und eine gewisse Unabhängigkeit von klassischen Werbemodellen.

Und genau diese Erfahrung holt sich OpenAI jetzt ins Unternehmen.

Was das Team konkret entwickeln wird, ist noch nicht bekannt. Deshalb wäre es verfrüht, daraus bereits eine neue Plattform oder ein bestimmtes Geschäftsmodell abzuleiten. Aber die Personalentscheidung selbst ist ein interessantes Signal.

Die nächste Entwicklungsstufe der Creator Economy könnte sich entsprechend weniger darum drehen, wie Menschen Content produzieren, und viel stärker darum, welche wirtschaftlichen Möglichkeiten sie daraus erschaffen können.

Und genau an dieser Stelle wird es für mich besonders spannend.

Denn wir sprechen seit Jahren über Creator, Influencer, Reichweiten und Plattformen. Dabei entsteht längst eine Generation von Menschen, die ihre Expertise, ihre Ideen und ihre Communities als Ausgangspunkt für etwas wesentlich Grösseres nutzen: Für eigene Unternehmen, Produkte, Medienformate, Intellectual Property und ganze Business-Universen.

Ich bezeichne diese Menschen als Business Creators.

Und ich bin überzeugt, dass wir für sie künftig nicht einfach noch mehr Content-Tools brauchen, sondern eine eigene wirtschaftliche Infrastruktur. Mit neuen Geschäftsmodellen, Partnerschaften, Plattformen und Möglichkeiten, die weit über Social Media hinausgehen.

Ob OpenAI mit seinem neuen Team tatsächlich einen Beitrag dazu leisten wird, bleibt abzuwarten.

Aber eines ist für mich klar: Die wirklich spannende Frage ist längst nicht mehr nur, wie wir mit Content Geld verdienen können, sondern welche Unternehmen und wirtschaftlichen Ökosysteme aus Content entstehen können.

Genau dort beginnt für mich die Business Creator Economy.

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Stefanie Holenweg